Erkennung Zertifikatsmissbrauch über CTL

erschienen in #IT-Sicherheit vom 31.05.2019

Certificate Transparency (CT) ist ein offenes Framework, mit dem die Ausstellung von SSL/TLS-Zertifikaten „sichtbar“ gemacht wird, indem Zertifizierungsstellen dazu verpflichtet werden, jedes von ihnen ausgestellte Zertifikat in öffentlichen, manipulationssicheren, append-only Protokollen zu veröffentlichen. In diesem Projekt sollte untersucht werden, ob CT-Protokolleinträge als einzige Datenquelle für die Erkennung von Phishing-Websites verwendet werden können. Umgesetzt wurde ein System, welches die Phishing-Wahrscheinlichkeit neu ausgestellter Zertifikate auf Basis von Machine Learning bewertet. Daten werden direkt aus CT-Protokolldaten extrahiert und Webseiten, bzw. Zertifikate ausgehend davon in eine von fünf verschiedenen Risikokennzeichnungen klassifiziert, welche von legitim bis hochverdächtig reichen. Die Bewertungsergebnisse belegen die Wirksamkeit des Ansatzes mit einer Erfolgsquote von über 90%. Die Ergebnisse bestätigten, dass CT tatsächlich eine wertvolle Datenquelle ist, die maschinell verarbeitet werden kann, um automatisierte Warnsysteme zu konzipieren. Durch die ausschließliche Verwendung von CT Log-Daten und den Verzicht auf zusätzlichen Website-Quellcode oder Netzwerktraffic-Analysen kann das System nahezu in Echtzeit Ergebnisse liefern, wodurch die Zeit zum Erkennen von Phishing-Websites erheblich verkürzt wird. Das Projekt führte zu einem wissenschaftlichen Beitrag, der auf der 15. Internationalen EAI-Konferenz SecureComm 2019 angenommen wurde.

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pdf Projektbericht (EN) Version 0.1 vom 31.05.2019 (in Englisch)
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